Dienstag, 16. Juli 2013

Kirk Spaders geheimes Autorenhandbuch Teil 1

Liebe Leser, liebe Autoren,

bisher habt ihr in diesem Blog eine Menge konfuses Zeug zu lesen bekommen. Das wird sich jetzt ändern.
Deswegen fange ich heute mit Kirk Spaders geheimen Autorenhandbuch an. (Warum geheim? Erkläre ich später)
Es wird regelmäßig essentielle Tipps, gutgemeinte Ratschläge und neue Erkenntnisse aus meinem Autorenleben an euch weitergeben. Jeder, der das liest, wird genau wie ich, besser schreiben, jeden Tag 10-20 Seiten schaffen, reich, schlank und berühmt werden, einen Verlag finden und jedes Jahr in eine Verfilmung seiner Bücher ins Kino gehen können.

Erstens werde ich über meine bisherigen Erfahrungen im Selfpublishing berichten. Ich wollte das eigentlich erst tun, wenn ich reich und berühmt bin, aber eine meiner Erfahrungen ist, dass das wohl noch dauern kann.
Aber ich habe eine Menge gelernt, seit ich 2011 meine erste Geschichte in die Welt geschickt habe.

Ich bin keiner der Autoren, die bereits vier Monate vor ihrer Geburt angefangen haben, Kurzgeschichten auf die Innenseite der Fruchtblase ihrer Mutter zu schreiben. Bei mir hat es etwas länger gedauert. Und das war auch gut so.

Die wichtigste Frage war und ist: Kann ich schreiben? Man könnte diese Fähigkeit als Grundvoraussetzung betrachten.
Natürlich können die meisten schreiben, aber: will das auch jemand lesen?
Viele können unter der Dusche singen, aber will das auch jemand hören? Wie findet man das heraus?

Lösung: Karaokebar
Bar voller als vorher - Talent
Bar leerer als vorher - kein Talent oder die Bar hat mittlerweile geschlossen
Bar bleibt auf Dauer geschlossen - verlasse das Land und höre auf zu singen

Ganz ähnlich ist es mit dem Schreiben:

Ich wusste nicht, ob ich es konnte, ob das jemand lesen wollte und ich hatte keine Lust auf Kritik.

Die einfache Lösung war: ich habe gar nicht erst angefangen damit.

Das war toll, ich brauchte mir keine Sorgen zu machen. Aber dann passierte es. Es war 2006, ich war mit meiner Familie im Urlaub auf Mallorca und saß am Pool, als jemand von innen an meine Schädeldecke klopfte (Nein, es war kein Kater).
Es war ein Protagonist. Ich habe ihm gesagt, er solle mich in Ruhe lassen, weil ich Urlaub hatte. Hat er aber nicht. Also habe ich mir ein Ringheft mit Spiralbindung DIN A 5 und einen Kuli besorgt.
Dann habe ich losgeschrieben und war nicht mehr ansprechbar. Der Protagonist war erst mal zufrieden. Das Manuskript ist immer noch nicht fertig, aber ich habe den Kerl zwischen den Seiten eingefangen, damit Ruhe war. War aber nicht. Es kamen immer mehr Protagonisten, die in eine Story wollten. Ja, so ist das als Autor, die Geschichten bilden sich und kommen einem in den Kopf. Ganz von selbst.

Also musste ich rausfinden, ob ich wirklich Talent habe.
Am besten erst mal klein anfangen.
Aber wo?
Ha! Amazon. Wie wäre es, wenn ich erst mal eine Rezension schreiben würde und dann sehe, ob jemand "hilfreich" anklickt. Gesagt, getan. Glaub mir, die ersten "Hilfreich"-Klicks taten meiner Seele gut. ich wurde mutiger und schrieb Rezensionen über Uhren, Sonnenschirme und Schweizer Taschenmesser bei verschiedenen Verbraucherportalen, sprich "Dooyoo", "Ciao" und "Yopi". Da gab es jeweils eine ganze Community, die Rezensionen bewertete und kommentierte.
Und das sind richtig nette Menschen, die mich wahnsinnig motiviert haben, weiterzumachen.
Natürlich habe ich auch einige "Nicht hilfreich"-Klicks bekommen und mich schwarzgeärgert, diesen verdammten Trollen gewünscht, ihnen möge wochenlang grüner Schleim aus den Ohren laufen und ... aber das gehört dazu. Es ist wie bei einer Auster, praktisch die erste Schicht der Perle, die einen schon etwas härter macht. Außerdem musste ich zähneknirschend zugeben, dass manche Kritik gerechtfertigt war.

Der nächste Schritt war groß. Mutig. Ich hatte positives Feedback, aber nicht von Profischreibern.
Die fand ich bei Suite 101. Dort musste man sich mit einem Text bewerben, damit man dort Artikel schrieben durfte. Es gab Redakteure! Ich schrieb einen Text über Armbanduhren in 2008 und reichte ihn ein. Und ich wurde angenommen! Ich hatte es geschafft! Ich war Profiautor, ich war wie Hemingway, Homer, Fleming! Nein, war ich nicht. Gleich der nächste Artikel wurde wegen Fehlern bemängelt und ich stellte fest, dass ich eine Kleinigkeit vergessen hatte: Schreiben ist auch Handwerk und Rechtschreibung ist kein Goodie, sondern essentiell.

Damit lernte ich die nächste Lektion: ich musste lernen. Ich verstand, dass ich nicht innerhalb von drei Wochen Bestsellerautor werden konnte. Erst die Ausbildung. Da ich keinen Meister hatte, wurde ich Autodidakt. Viel gelesen habe ich immer schon und ich glaube, das ist für einen angehenden Autoren eine wesentliche Voraussetzung. Lesen ist Erfahrung in Dosen (das könnt ihr gerne zitieren). Und diese Erfahrung kann man nicht selbst machen.

So, genug für heute. Falls irgendjemanden mein weiser Rat interessiert, bitte ich um Rückmeldung, egal ob Facebook-Likes, Kommentare, oder selbstgebackene Torten (Erdbeeren mag ich am liebsten)

Und warum "Kirk Spaders geheimes Autorenhandbuch"? Ist doch klar, ich erzähle das Ganze nur dir und du erzählst es nicht weiter, oder?





Freitag, 7. Juni 2013

Augenrollenbrand

Ihr glaubt, Kirk Spader ist von der Bildfläche verschwunden, hat aufgegeben, schreibt nicht mehr, sammelt jetzt Kondome, die im Dunkeln leuchten?

FALSCH.

Er schreibt wie blöde. An welchem Buch schreibt er? Man soll sich ja auf ein Werk konzentrieren. Sagt man. Kirk schreibt aber gerade an einem Haufen Bücher. (Warum schreibt Kirk das in der dritten Person? Weiß er selber nicht, könnte man jetzt aber lassen.)

Ganz ehrlich, ich glaube Dan Brown kann sich in Ruhe auf ein Werk konzentrieren. Aber als angehender Erfolgsautor:-) sollte man erst mal herausfinden, was geht. Welches Genre ist das Richtige? Wie viele halbwegs gute Krimiautoren wären schon Bestsellerautoren, wenn sie statt dessen Erotik geschrieben hätten? Wie viele Jugendbuchautoren hätten mit Thrillern Weltruhm erlangt? Und woher weiß man das? Ich glaube, man muss es testen. Und wenn es nur Kurzgeschichten in verschiedenen Genres sind. Natürlich sollte man das schreiben, was einem selbst Spaß macht, aber ausprobieren kostet nix und hilft vielleicht.
Und im Moment glaube ich, sollte man eine Menge schreiben, weil die Zeit der E-Books irgendwann kommt.
Hä? Irgendwann? Die ist doch schon da!

Das sehe ich nicht so. Im Moment haben wir ein oder zwei Hände voll deutscher E-Book-Autoren, die wirklich Erfolg haben. Zehn Plätze tiefer in den Rankings sehen die Verkaufszahlen dann nicht mehr so rosig aus, hundert Plätze weiter unten schon gar nicht.
Das liegt daran, dass gar nicht sooo viele Leute E-Books lesen. Weil  sie keinen Reader haben, weil sie nicht wissen, wie man E-Books runterlädt, weil sie nicht wissen, was E-Books überhaupt sind.

Die Chance, als unbekannter Autor vom E-Book-Leser gefunden zu werden ist im Moment ohne Megamarketing so groß, wie auf dem Mond in eine Heftzwecke zu treten, die bei einer Apollo-Mission dort liegen geblieben ist.

Aber, um bei dem Vergleich zu bleiben: Wenn auf dem Mond irgendwann eine Milliarde Leute rumlaufen, wird die Wahrscheinlichkeit größer. In Deutschland dauert das aber noch.

Das heißt: keine Hektik. Wir können alle in Ruhe schreiben, lektorieren lassen, schöne Cover designen und ganz in Ruhe eine Leserschaft aufbauen.
Und wenn wir dann zwei, drei oder fünf Bücher professionell fertig gestellt haben, dann können wir uns überlegen, wann der richtige Zeitpunkt ist, sie zu veröffentlichen.
(Jaja, die Geduld hat keiner, ich auch nicht.)

Übrigens habe ich jetzt die Spracherkennung wieder für mich entdeckt und schreibe wieder mit Dragon Naturally Speaking. Das habe ich vor einem Jahr schon mal getestet und über die fantasievollen Interpretationen gegrinst. Ich hatte damals in das Mikro genießt und das Programm übersetzte das mit "Drücke Affenschwanz". Unbezahlbar.
Deswegen auch der Titel des Posts. Das Programm hat aus meiner Diktiererei das Wort "Augenrollenbrand" erkannt. Was ich wirklich gesagt habe muss ich nochmal nachforschen, aber das Wort ist toll, oder?



http://www.amazon.de/Latent-Doof-Roman-Neobooks-ebook/dp/B0081VLGR6/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1370631823&sr=8-1&keywords=kirk+spader

Samstag, 5. Januar 2013

Gute Vorsätze (gültig vom 01.01.2013-.02.01.2013)

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

euch allen ein superkalifagilistischexpialigetisches Jahr 2013. Mögen all eure Wünsche in Erfüllung gehen.

An dieser Stelle kommt bei den meisten befreundeten Blogs ein Jahresrückblick. Bei mir nicht, 2012 war ein turbulentes Jahr, 2013 wird noch wilder.

Ich bin ein Autor in der Betaphase, das heißt, ich teste mich selbst, meine Möglichkeiten, den Markt, potentielle Leser, geeignete Genres und Literaturformen und ob das mit dem Schreiben überhaupt Spaß macht. Macht es. So viel kann ich sagen, aufhören werde ich damit nicht. Vor mir liegt ein Zettel mit dreißig Buchprojekten, von der satirischen Kurzgeschichte über Jugendbuch, Serien, Krimi, Thriller bis Horror.

Allerdings war der Erste meiner guten Vorsätze für dieses Jahr, mir realistische Ziele zu setzen. Also habe ich die Liste auf 10 Projekte zusammengestrichen. Um dieses Ziel zu erreichen muss ich jeden Tag fünf Seiten schreiben. Dabei rauskommen  werden dann hoffentlich folgende Bücher:

Charon II
Dunkle Geschichten II
Corner Hamilton
Zeus Freitag und das Buch der dunklen Worte (Teil 1)

Die anderen sechs  Arbeitstitel sind geheim, ich kann nur sagen, dass es sich um weitere Kurzgeschichten für die Lachfaltenmanufaktur handelt sowie um zwei Bücher im Romanformat. Ich muss mir dafür nur das Schlafen abgewöhnen, aber das wird ja sowieso überschätzt.

Weitere gute Vorsätze für 2013:

Ich werde mich nicht mehr selbst googeln.
Ich werde meine Verkaufszahlen nicht mehr alle fünf Minuten kontrollieren.
Ich werde bei den Verkaufszahlen erfolgreicher Selfpublisher nicht mehr neidisch.
Ich werde jeden Tag schreiben.

Wie schon im Titel beschrieben, haben diese Vorsätze ihre Gültigkeit bereits wieder verloren.

Aber ein guter Vorsatz bleibt:

Ich werde 2013 so viele Leser wie möglich glücklich machen.

Denn darum geht es. Jeder, der meine Geschichten liest und darüber gelacht oder nachgedacht hat, macht
mich glücklicher als sämtliche Statistiken.

Um das rauszufinden, bin ich darauf angewiesen, Feedback zu bekommen. Das geht am einfachsten in Form
einer kurzen Rezension zu dem jeweiligen Buch oder schreibt mir eine Mail an: kirkspader@googlemail.com

Übrigens bastele ich gerade an der "The Kirk Spader Page"-Seite bei facebook, eine Seite über mich und meine Bücher, über die ich mit meinen Lesern in Kontakt treten möchte.

Jetzt muss ich aber wieder tippen

Liebe Grüße

Kirk

Donnerstag, 15. November 2012

Das Ende des Papierbuch-Hypes

Ja, ich lebe noch. Ich habe nur keine Zeit zum bloggen, weil ich gerade die verdammt besten Geschichten seit Erfindung des Buchdrucks in meinen Compter hämmere.
Aber manchmal gibt es Sachen, die mich mehr ärgern als TetraPak-Verschlüsse.

Heute musste ich mal wieder irgendwo im Netz lesen, dass E-Books nichts anderes seien als ein "HYPE", übrigens mein Unwort des Jahrzehnts neben "Cerealien", aber egal.

E-Books sind also ein Hype. Großartige Erkenntnis. Ich weiß nicht genau, wer das geschrieben oder gesagt hat, aber ich möchte dazu gerne meine Meinung sagen:

Nach dem "Dinosaurier-Hype" ist ein überlebender Zweibeiner auf die Idee gekommen, Farbe aus zermatschten Tintenflöhen auf getrocknete Baumrinde aufzubringen. Der Mann hieß Gutenberg oder so. Das war ein Hype, der sich ziemlich lange gehalten hat, aber der ist jetzt ein klein bisschen vorbei. Himmel nochmal, der Mensch an sich ist eine faule Socke und Innovationen oder die besten Erfindungen der Neuzeit sind nicht entstanden, weil geniale Geister tolle Ideen hatten, sondern weil Menschen es nun mal bequem mögen. Wir sind faul und das ist gut so. Wir spannen keine Pferde mehr vor beräderte Holzkästen,weil die Fahrt von A nach B damit zu lange dauert, es verdammt wackelt, man sich den Rücken ruiniert und weil eine Kutsche mit Spoiler scheiße aussieht. Die teflonbeschichtete Pfanne ist nicht deswegen erfunden worden, weil sie ein Abfallprodukt der Raumfahrt oder des kalten Krieges war, sondern weil die gemeine Hausfrau keinen Bock mehr darauf hatte, Spiegeleier aus der Gusseisenpfanne zu flexen. Alles ist bequemer geworden. Auf einem 200 Zoll 3D-Fernseher sieht man mehr als auf den 34 cm-Schwarzweißkisten aus meiner Zeit. Musik kann man sich deswegen downloaden, damit man nicht mehr im Plattenladen warten muss, bis der Typ vor einem endlich seine 300 Led Zeppelin-LPs durchgehört hat. Man kauft bei Amazon, damit man nicht mehr um 18:31 Uhr vor den geschlossenen Türen von irgendeinem Laden stehen muss.

Das ist Bequemlichkeit! Und jeder Buchleser, der die Prachtausgabe der Nürnberger Weihnachtsbibel mit einem Gewicht von 20 KG in der Hängematte gelesen hat weiß, dass das haptisch ein unschlagbar tolles Gefühl ist, aber wenn einem das Ding auf den Kopf klappt, ist man tot!

Deswegen sage ich: E-Books sind geauso ein Hype wie dieses komische äh ... Internet. Das hat sich ja auch nicht lange gehalten, weil es so unpraktisch war.

Am 21.12.2012 ist ja auch dieser ganze "Erde-Hype" zu Ende, dann ist das Buch zu!

Also warum rege ich mich eigentlich auf. Da lese ich doch lieber ein gutes Buch. Ob das jetzt aus Papier ist oder aus E-Ink-Flöhen ist doch egal.

So, jetzt muss ich aber wieder schreiben.

Samstag, 1. September 2012

Leserwettbewerb zu "Latent Doof"

Hallo,

heute möchte ich allen Lesern die Möglichkeit geben, etwas zu gewinnen.

Wer bis zum 30.9.2012 um 12 Uhr eine Rezension zu meinem Roman "Latent Doof" schreibt, hat die Möglichkeit, an der Verlosung eines

Amazon-Gutscheines im Wert von 50 €

teilzunehmen.

Neobooks - Latent Doof: Roman

Für jede Rezension auf Amazon oder bei einer anderen Plattform, auf der "Latent Doof" zu kaufen ist (iTunes, Weltbild, Ciando, Buch.de, Buecher.de, Libri, Libreka, Mayersche, Hugendubel, Bol.de, und andere) wandert ein Los in den Lostopf.

Auch Empfehlungen oder Buchbesprechungen für "Latent Doof" in deinem Blog, auf facebook oder in öffentlichen Foren zählen natürlich mit.

Bitte schickt mir einfach einen Link zu der Rezension/Empfehlung/Buchbesprechung zusammen mit eurer E-Mail-Adresse an kirkspader@googlemail.com. Es kann auch mehrfach teilgenommen werden, zum Beispiel würden für eine Rezension und eine Empfehlung zwei Kärtchen in den Lostopf wandern.
Die Gewinnerin oder der Gewinner werden am 01.10.2012 hier bekannt gegeben.

Ich wünsche vel Erfolg und hoffe auf eine regeTeilnahme.

PS: Eure E-Mail-Adressen werden nicht an Dritte weitergegeben, sondern nach Ende des Wettbewerbes von mr gelöscht.
Wer einfach nur so teilnehmen möchte, kann mir natürlich auch seine E-Mail-Adresse mitteilen und nimmt an der Verlosung teil.

Dienstag, 26. Juni 2012

Der Sommer steht vor der Tür ...

... Zeit, die Badelatschen von der Wäscheleine zu nehmen. Es gibt Neuigkeiten zu "Latent Doof", die ich euch gerne mitteilen möchte:

1. Das Buch wird 2014 verfilmt und in die Kinos kommen (Ha, erwischt, stimmt natürlich nicht, aber zusammengezuckt seid ihr jetzt schon, oder?)

Mal im Ernst, also

1. Es gibt eine erste Rezension bei Amazon zu dem Buch, die ich euch nicht vorenthalten möchte:


Die hilfreichsten Kundenrezensionen
Von Moon
Von Amazon bestätigter Kauf
Inhalt:
Tom Baum ist ein verwöhnter, nichtarbeitender Single, der lange Zeit nur vom Geld seines reichen Patenonkels lebte - bis dieser stirbt und Tom genau einen Euro vermacht. Den soll er innerhalb eines Jahres in eine Million umwandeln, sonst gibt es kein Erbe. Aber nicht nur das macht ihn zu schaffen, sondern auch seine Krankheit: für Momente seines Lebens schaltet sich seine Intelligenz ab und er hat keinen Einfluss mehr auf die Dinge, die er tut. Sehr unangenehm, wenn man eine Million verdienen muss und sich zudem noch in die heiße Nachbarin verguckt hat. Und das ist erst der Anfang - Tom braucht dringend seine Intelligenz!

Meine Meinung:
Bei Amazon wird Kirk Spader als Nachfolger von Tommy Jaud gehandelt: idiotisch, abstrus und lustig. Vielleicht kommt dieser Vergleich auch daher, dass man bei Tom Baum unwillkürlich an den Protagonisten Simon Peters von Jaud denken muss.
Und beide verstricken sich in wirklich wahnwitzige Abenteuer, aber Spader legt hier mächtig einen Zahn zu und hängt seinen Kollegen in Sachen Wahnsinn weit ab.
Er schickt seinen "Helden" von einer verrückten Aktion zur nächsten: fängt es noch recht harmlos mit einem Besäufnis bei Edeka an so wird es mit der Zeit immer absurder und unglaubwürdiger - aber unterhaltend!

Selbst kriminelle Aktivitäten werden hierbei nicht ausgelassen, denn im Handlungsort Münster geht zudem ein Giftmörder um, der sich immer verdächtig nahe an Tom hält. Oder ist er es sogar selbst?

Von Gehirnakrobatik bis Grabschändung wird nichts ausgelassen bis zum absolut verrückten Finale, das einen nur amüsiert und teilweise auch ungläubig mit dem Kopf schütteln lässt.

Auch die Personen, die sich in diesem Roman tummeln, übertreffen alles: Betrüger, Kredithaie, eremitische Technikfreaks und Cops, die schnell zur Waffe greifen.
Und mittendrin Normalo Tom, der allerdings auch nicht so normal ist. Geld verdienen? Fehlanzeige. Naivität? Volle Punktzahl. Und doch mag man ihn - irgendwie. Aber es gibt nur einen vollen Sympathieträger: Terror. Wer das Kerlchen nicht mag, dem kann ich nicht helfen.

Doch dieses Bataillon an verrückten Charakteren schafft einen unterhaltenden, kurzweiligen Roman, den man allerdings nicht zu ernst nehmen sollte. Auch wenn hinter all dem eine wahre Krankheit steckt.

Perfekt ist das Buch dennoch bei weitem nicht: die Story ist abgedreht, aber mein Humor wohl noch mehr, denn auch wenn es unterhaltsam ist, richtig lachen (wie ich es mir wünschte) musste ich nie. Wobei eine Szene schon haarscharf daran vorbeischrammte.
Auch konnte ich, wie oben angedeutet, zu den Charakteren so gut wie keine Bindung aufbauen, weil alles einfach zu absurd war.

Ich habe mich zwar gut amüsiert, aber es hat einfach noch einiges für mich gefehlt. Vor allem eines: Glaubwürdigkeit. Dafür, dass alles recht normal aufgebaut wurde, wurde gegen Ende hin alles zu abstrus, einen Ticken mehr Realitätsnähe hätte sicherlich nicht geschadet, auch wenn es sicher so vom Autor gewollt war. Aber mir war es etwas too much.
Dennoch, alles in allem: lesenwert und unterhaltsam! Wenn auch fernab der Realität.

Die Originalrezension findet ihr in dem absolut lesenswerten Blog unter www.thoughtsofmoon.de


2. Auf Lovelybooks gibt es eine Leserunde zu Latent Doof, bei dem ihr Freiexemplare des eBooks ergattern könnt, wenn ihr bis zum 28.06.2012 mitmacht: http://www.lovelybooks.de/leserunde/Neobooks-Latent-Doof-Roman-von-Kirk-Spader-957936814/?liste=modern

3. Und hier findet ihr ein Interview von mir auf dem "roten Teppich": http://www.droemer-knaur.de/magazin/Auf+dem+roten+Teppich%3A+Kirk+Spader.7786443.html

So, das war es erst mal. Ich schreibe gerade "ernstere" Sachen, die ihr demnächst auf Amazon lesen könnt.

Wünsche allen Lesern meines Blogs, dass der Sommer durch die Tür kommt.


Freitag, 8. Juni 2012

Jetzt geht das wieder los ...

Samstag, 09.Juni 2012

Es ist 20:45 Uhr in Deutschland und ich frage mich, ob jemand eine Neutronenbombe gezündet hat, die nur Gebäude und geparkte Autos verschont hat. Kein Mensch auf den Straßen. Ein Pizzalieferantenauto von der Größe eines Altpapiercontainers zieht mit gefühlten 200 Sachen an mir vorbei. An den Oberkanten der Türen stecken pro Seite 20 kleine Deutschlandfähnchen. Stimmt, da war ja was. Europameisterschaft. Heute spielen wir. In spätestens zwei Stunden werden sich die Straßen mit siegestaumelnden Fußballfans füllen, vollbärtige Autofahrer mit Fahne und Fähnchen, die ihre Hupen so lange betätigen und brüllen, bis sie den zweiten Stimmbruch ihres Lebens haben. Oder eben nicht. Alternativ (daran will ich gar nicht denken) füllen sich die Straßen mit Menschen, die aussehen, als ob sie gerade von einer Beerdigung kommen. Mobile Psychologen betreuen die Menschen auf der Straße wie nach einer Naturkatastrophe, Tankstellen verkaufen den letzten Rest Alkohol. Obwohl, den verkaufen sie ja auch, wenn wir gewinnen.
Fußball ist klasse, schweißt die Menschen zusammen, alle kennen während der EM nur noch ein Thema, es wird gewettet, geflucht und gefiebert. Adipöse Rentner, die im Leben noch nie vor einen Ball getreten haben wissen plötzlich nicht nur, wie dieses Land am besten zu regieren sei, sondern auch, warum Jogi Löw verdammt noch mal immer alles falsch macht.

Während der EM liest natürlich kein Mensch.Alle sitzen stundenlang vor dem Fernseher. Aber das kann sehr böse enden. Die amerikanische Forschergruppe, die diese ganzen Studien durchführt, die immer in den Zeitungen stehen, hat festgestellt, dass Lesen besser ist als Fernsehen. Die Studie hat soviel Geld gekostet wie das jährliche Bruttosozialprodukt von Hessen. Fernsehen führt zu Kopfschmerzen, Hämorrhoiden und wenn man während der Werbung schielt, und dann der Film wieder anfängt, bleiben die Augen über Kreuz stehen. Ehrlich, warum sollte man das riskieren? Lesen macht schlank, schön und glücklich, wie eine andere amerikanische Forschergruppe bei einer Umfrage mit zwei rüstigen Hunderteinunddreißigjährigen zweifelsfrei beweisen konnte. Diese Umfrage hat nur zwei Tassen Kaffee und vier Donuts gekostet.

Also: EM gucken ist in Ordnung, danach wird aber der Fernseher ausgemacht und ein gutes Buch gelesen. Das hier zum Beispiel:


Tom Baum ist Single, aber das soll sich bald ändern. Er hat sich unsterblich in seine neue Nachbarin Sirena verliebt. Doch es gibt drei Probleme, die seinem Glück im Weg stehen: Er leidet an etwas, das er selbst als »Latent doof«-Syndrom bezeichnet, außerdem ist er pleite, und um das Erbe seines Onkels anzutreten, muss er erst mal selbst ein kleines Vermögen verdienen. Dann ist da noch Dr. Dom, der neue Freund von Sirena, ein zwielichtiger Arzt, der Tom die Heilung seiner Krankheit verspricht. Tom erlebt haarsträubende Abenteuer mit einem debilen Gedächtnistrainer, wahnsinnigen Nachbarn und seiner Halbschwester. Am Ende ist die Frage, ob Tom »latent doof« ist oder vielleicht alle anderen.


Und nach dem Lesen bitte weiterempfehlen, es ist zwar ein Geheimtipp, aber wir wollen mal nicht so sein, nicht wahr?